Die Geltungsansprüche von Habermas

HABERMAS formulierte universal gültige Regeln des kommunikativen Handelns durch seine Geltungsansprüche.

Wahrheitsanspruch als objektiver Weltbezug, betrifft die Gesamtheit aller Tatsachen.

Wahrhaftigkeitsanspruch als subjektiver Weltbezug geht vom einen Menschen als Subjekt aus. Was ist sage, ist nicht gelogen, sondern erst gemeint

Legitimitätsanspruch als sozialer Weltbezug beinhaltet die gesellschaftlichen Normen und Regeln, in denen sich der Mensch bewegt.

Jede kommunikative Handlung kann von der Sichtweise diese Weltbezüge verstanden werden. Dementsprechend können Geltungsansprüche proportionale Wahrheit, subjektive Wahrhaftigkeit oder normative Richtigkeit beanspruchen. Dem Geltungsanspruch steht der Wahrheitsanspruch gegenüber. Geltungsansprüche werden durch Meinungen von einem Selbst oder/und von anderen  Menschen als wahrhaftig geäußert. Der Wahrheitsanspruch beinhaltet aber eine Tatsache, die, wenn es geht nicht nur allgemein anerkannt ist, sondern auch empirisch bewiesen werden kann.

Indem sich Sprecher und Hörer frontal miteinander über etwas in einer Welt verständigen, bewegen sie sich innerhalb des Horizonts ihrer gemeinsamen Lebenswelt; die bleibt den Beteiligten als ein intuitiv gewußter, unproblematischer und unzerlegbarer holistischer Hintergrund im Rücken.¹

Die Lebenswelt kann nur a tergo eingesehen werden. Der einzelne Mensch hat die Lebenswelt in der er sich bewegt durch die Erinnerungen und Erfahrungen.  Von außen betrachtet, so gesehen als Beobachter, erscheint eine Gesellschaft und ihre individuellen Lebenswelten als ein systematischer Zusammenhang. Nun verhält es sich so, dass die jeweiligen Subsysteme (das System einer einzelnen Lebenswelt), durch bestimmte Medien verbunden werden. Solche Medien wie die Sprache, Macht oder Geld nisten sich in der Lebenswelt ein und steuern das Handeln der Menschen. Die kapitalistische Dominanz der Wirtschaft lässt die Lebenswelt entarten. Das pathologischen (krankhafte) System zeigt sich in dem ein Unternehmen mehr wert ist als ein Menschenleben.


1 Habermas, Jürgen, Der philosophische Diskurs der Moderne, S. 348f.