Verhaltenstherapie 

Die Verhaltenstherapie (VT) geht davon aus, dass jedes Verhalten erlernt und aufrechterhalten wird, aber auch wieder verlernt werden kann. So kann auch Ihr ungewolltes Verhalten durch ein besseres Verhalten ersetzt werden. Dafür stehen verschiedene Methoden innerhalb der Verhaltenstherapie zur Verfügung. Die meisten verhaltenstherapeutischen Massnahmen werden durch das Reiz-Reaktionsschema und dem Lernen am Modell begleitet.

Im Mittelpunkt aller verhaltenstherapeutischen Methoden steht die Hilfe zur Selbsthilfe, so dass Sie ungünstiges Verhalten selbst erkennen und ändern können. Dabei geht die Verhaltenstherapie wertschätzend und zielorientiert vor.

Welche Methoden innerhalb der Verhaltenstherapie gibt es?


Kognitive Therapie

Kognitive Partnertherapie

Systematische Desensibilisierung

Stressimpfungstraining/ Stressbewältigungstraining

Verhaltenstherapeutisches Ärgermanagement

Problemlösetraining

Schmerzmanagement

Selbstmanagement- Therapie

Training der Sozialen Kompetenz

Verhaltenstherapie, Mitte, Tegel

                                                                                         Verhaltenstherapie: Hilfe zur Selbsthilfe


Kognitive Therapie nach AARON BECK: bezieht sich darauf, dass die Klientin/ der Klient Gedanken und Überzeugungen (Kognitionen) gelernt hat, die ihr/ ihm Steine in den Weg legen. Diese störende Kognition wird in der Psychotherapie durch andere ersetzt. Als Beispiel: eine Klientin hat ein Schwarz- Weiß- Denken. Der Verhaltenstherapeut erweitert das Gedankenspektrum, so dass auch andere Möglichkeiten erkennbar werden. Die Kognitive Verhaltenstherapie wird vor allem bei der Depression eingesetzt.

Kognitive Verhaltenstherapie, Aaron Beck

                                                                                   AARON BECK, Vater der kognitiven Therapie

Kognitive PartnertherapieDie kognitive Paartherapie besteht im wesentlichen darin, dass Paare ihre unrealistischen Erwartungen ungerechtfertigten Schlussfolgerungen bewusst zu werden und ändern können.  Die kognitive Therapie hilft Paaren, die Art ihrer Schlussfolgerungen in bezug auf den anderen und das Miteinandersprechen zu verbessern und so zu einer vernünftigen und weniger aggressiven Beziehung zu gelangen.¹

Systematische Desensibilisierung wird hauptsächlich bei einem Angstzustand eingesetzt. Dabei wird zuerst ein entspannter Zustand angestrebt, um die Klientin oder den Klienten schrittweise an das Angstobjekt heranzuführen. Die Angst soll sich dadurch rapide vermindern, bis die Angst nicht mehr im Vordergrund steht oder sogar vollkommen abgebaut wird. Die Systematische Desensibilisierung hat sehr gute Erfolgsresultate und wird bei Angst gern von der Verhaltenstherapeutin oder dem Verhaltenstherapeuten als Therapiemodell angewandt.

Stressimpfungstraining ist eine Form der Stressbewältigung. Wir fühlen uns häufig überfordert und gestresst, gerade in einer Großstadt wie Berlin. In der Psychotherapie wird als erstes das Problem der Klientin oder des Klienten  detailliert besprochen. In dem die Entstehung und der Umgang mit dem Stress geklärt wird. Entspannungstraining kann helfen dem Stressfaktor entgegenzuwirken. Durch die Übungsphase lernt die Klientin oder der Klient mit dem Stress umzugehen, so dass später nicht das Problem, sondern der Lösungsweg fokussiert wird.


Aggression, Aggressionsbewältigung

                                           Stressbewältigung und Ärgermanagement sind wichtige Säulen in der Verhaltenstherapie


Verhaltenstherapeutische Ärgermanagement geht davon aus, dass sich die Klientin oder der Klient provoziert fühlt und sich über die Provokation ärgert. Die verhaltensändernde Psychotherapie besteht zuerst darin, die Klientin/ den Klienten über das Wesen des Ärgers zu informieren. Mit Hilfe des Ärgermanagements  soll nun die Klientin/ der Klient einen entspannten Zustand selbst herbeiführen können. Als dritte Phase soll das Erlernte an praktischen Gegebenheiten ausprobiert und eventuell weiter angepasst werden.

Problemlösetraining wird gern in der kognitiven Therapie angewandt. Zuerst wird das Problem detailliert beschrieben und aufgeschrieben. Dann werden alternative Lösungsansätze gesucht und gefunden. Dazu gehört auch ein Entscheidungstraining. Die neuen Lösungsansätze werden auf ihre Anwendbarkeit überprüft und später umgesetzt. Auf diese Weise, entsteht ein neues Verhaltensrepertoir.

Schmerzmanagement hat als Ziel Schmerz zu vermeiden, zu lindern oder bestehenden Schmerz sogar auszuschalten. Auch hier werden Entspannungsübungen erlernt, aber auch trainiert bestimmte Verhaltensmuster zu verändern. Dadurch entsteht ein anderer Umgang mit den Schmerzen. Die Methode findet immer mehr Anklang bei psychosomatischen Störungen, bei denen die Klientin sehr leidet. Allein die Begleitung der Psychotherapeutin oder des Psychotherapeuten durch den Schmerz kann schon zu einer großen Linderung führen.

Selbstmanagement- Therapie hat die Aufgabe, das Denken und Handeln, der Klientin des Klienten zu verbessern. Hat die Klientin oder der Klient ein bestimmtes, aber sehr großes Problemfeld, kann sie lernen sich innerhalb des Problems selbst zu managen. Diese verhaltenstherapeutische Therapieform kann bei vielen Problemen und Lebensschwierigkeiten eingesetzt werden. Auch bei Alkoholabhängigkeit oder einer anderen Drogensucht wird das Selbstmanagementtraining gern vom Psychotherapeut eingesetzt.

Training der Sozialen Kompetenz wird verwendet, um bei der Klientin oder dem Klienten oder auch dem Ehepaar, der Mutter oder dem Vater die zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu erhöhen oder erweitern. Um die Sozialen Kompetenzen zu erweitern werden verschiedene Methoden eingesetzt, dazu gehören z.B. das Selbstsicherheitstraining. Angewendet wird das Training der Sozialen Kompetenz bei Familienauseinandersetzungen, Eheproblemen, Beziehungsproblemen, aber auch bei zwischenmenschlichen Streitigkeiten am Arbeitsplatz.

Die Verhaltenstherapie wird von einigen auch als Verhaltenspsychotherapie bezeichnet. 


Kontakt

Heilkundlichen Psychotherapie

Andreas Kawallek

Therapeutische Praxis: Thomasiusstr. 3, 10557 Berlin, Mitte /Tiergarten in Moabit

Telefon:  030/ 27 49 92 31

kawallek@heilkundigepsychotherapie.de

Internet: www.heilkundigepsychotherapie.de




Anmerkungen:

¹ Aaron Beck, Liebe ist nie genug, 1994, Seite 28




























































Berufsbezeichnungen in der Psychotherapie

Es gibt die verschiedensten Berufsbezeichnungen innerhalb der Psychotherapie. Die Psychotherapie hat noch dazu verschiedene Verwandte Berufe, die häufig mit der Psychotherapie in Verbindung gebracht werden. Zum Beispiel arbeitet der Psychiater an schwerwiegenden, aber ähnlichen Symptomen wie der psychologische Psychotherapeut oder der Psychotherapeut in einer Psychiatrie. Damit sind psychiatrische Notdienste, psychiatrische Beratungen oder  psychiatrische Kliniken keine psychotherapeutischen Interventionen, auch wenn psychiatrische Kliniken auch Psychotherapeuten für Patienten anbietet. 

Der Neurologe und die Neurologin sind Experten für die Nervensysteme, darunter auch das Zentralnervensystem, Gehirn und Rückenmark. 

Sozialpädagogische Dienste haben zum Teil auch  psychotherapeutische Interventionen. Der Aufgabenbereich der Sozialpädagogik fasst aber nicht grundsätzlich die Psychotherapie mit ein.

Die große Verwirrung innerhalb der Psychotherapie stellen die Berufsbezeichnungen der jeweiligen Therapiekonzepte und Therapiemodelle. Der Verhaltenstherapeut ist anders ausgebildet als der Psychoanalytiker. Die Gesprächspsychotherapeutin arbeitet anders als der Familienaufsteller. Eine Hypnotiseurin arbeitet mit einer Entspannungsform der Hypnose, während die Verhaltenstherapeuten die Klienten zur auch entspannt, aber nicht hypnotisiert. 

Es gibt auch viele Psychotherapeuten, die Yoga oder Qi Gong oder Tai Chi anbieten und diese als psychotherapeutisches Vergehen verwenden. Andere Yogatrainer bieten es nicht als seelischen Ausgleich an. Viele Tai Chi-Trainer bieten Tai Chi oder Qi-Gong als Kampfsport an, auch dann ist der seelische Effekt allerhöchstens ein netter Nebeneffekt.

Die klassische Psychotherapie findet in einer psychotherapeutischen Praxis statt. Das heißt, dass der Klient zum Therapeuten in die Praxis kommt. In den meisten psychotherapeutischen Methoden werden Anliegen und Probleme mit Hilfe des Gesprächs behandelt. Dabei berührt der Psychotherapeut weder die Klientin noch zwingt er etwas preis zu geben, was man nicht preisgeben möchte. Die Grenzen müssen vom Psychotherapeuten stets eingehalten werden. 

Nicht alle Psychotherapeuten analysieren alle Menschen. Viele Therapeuten hören verständnisvoll zu und versuchen der Klientin akzeptierend entgegenzukommen. Das akzeptierende Zuhören praktizieren vor allem die Gesprächspsychotherapeutinnen oder Klientenzentrierten Psychotherapeuten. Andere Therapeuten, namentlich die Verhaltenstherapeutinnen und Verhaltenstherapeuten beobachten die Klienten und dessen Verhalten. Schließlich geht es in der Verhaltenstherapie darum Verhalten zu ändern.

Nicht alle Hypnotiseure sind Psychotherapeuten und arbeiten auch therapeutisch. Die medizinisch orientierte Hypnose präsentiert sich weder im Zirkus noch in einer Fernsehshow. Der psychotherapeutische Hypnotiseur heilt Klienten und zeigt nicht wie schnell er jemanden hypnotisieren kann.

Verwirrend an den beruflichen Bezeichnungen innerhalb der Psychotherapie sind auch die akademischen Titel. Der Diplom-Psychologe hat an der Universität studiert, darf aber ohne Zusatzausbildung nicht praktisch therapieren. Die Bezeichnung Psychologe ist die Kurzform des Diplom-Psychologen oder nach neustem Stand der Psychologe mit einem Bachler- oder Masterabschluß. Auch der Master berechtigt den Psychologen nicht zu therapieren. 

Der psychologische Psychotherapeut hat klassisch Psychologie studiert und sich dann innerhalb einer psychotherapeutischen Schule psychotherapeutisch ausgebildet. Man muss jedoch nicht Psychologie studiert haben, um als Psychotherapeut zu arbeiten. Es gibt auch Psychotherapeuten aus der Pädagogik oder Bildungswissenschaft oder anderen Studiengängen.

http://www.heilkundigepsychotherapie.com/Psychologielexikon-berlin/angst-Psychologielexikon.html