Die Kunst zu Lieben

Für die meisten von uns ist die Liebe einer der höchsten Werte im Leben. Doch nur wenige Menschen machen sich tief gehende Gedanken über die Liebe. So wurden bisher auch kaum wissenschaftliche Bücher über die Liebe veröffentlicht. Einer, der sich mit der Liebe auch wissenschaftlich beschäftigt hat, war Erich FROMM. Mit seinem Buch Die Kunst zu Lieben wählt er einen Buchtitel aus, der anzeigt, dass wir Liebesfähigkeit steigern können.

Lieben kann erlernt werden

Erich FROMM geht davon aus, dass Liebe erlernt werden kann. Die partnerschaftliche Liebet ist uns nicht angeboren. Auch entwickelt sie sich nicht von allein. Liebe ist auch nicht mit Sexualität zu verwechseln. Daher ist Liebe auch nicht mit einer körperlichen Entwicklung der Geschlechtsorgane verbunden. Aber das Lieben als emotionale Handlung der Partnerschaft kann erlernt werden.

Wie entsteht Liebe? 

Liebe entwickelt sich in bestimmten Momenten. Um Liebe zu erfahren, müssen wir den Fokus auch darauf ausrichten. Wenn die Liebe anklopft, dann müssen wir auch die Tür aufmachen. Wir müssen uns die Zeit nehmen, um das Lächeln unserer Partnerin bzw. unseres Partners zu erleben und in uns zu spüren. Es ist ein Hineinspüren, was dieses herzliche Lächeln in uns. Es ist ganz natürlich, dass ein Lächeln wahrgenommen und auch als ein kleines Wunder empfangen werden muss. Wenn wir den Moment der Liebesübertragung spüren, dann sind wir in die Sphäre der Liebe eingedrungen.

Die Kunst ist den Moment der Liebe zu spüren

Ein Beispiel kann das verdeutlichen. Schauen wir in einem Restaurant nur in die Speisekarte, dann können wir Liebe zu unserem Essen entwickeln, aber nicht zu unserem/r Partner/innen. Andererseits entsteht auch keine Liebe, wenn wir unseren/r Partner/innen die ganze Zeit auf die Lippen schauen. Die Kunst ist den Moment der Liebe zu erhaschen. Das heißt, die Liebe entwickelt sich nicht auf Kommando, nicht wann wir es wollen. Im Übrigen erkennt man die Liebe im Anderen vor allem in den Augen.

Begierde

Wir sollten auch definitiv die sexuelle Begierde von der Liebe trennen. Das wird häufig schon mal verwechselt. Die Begierde entsteht vor allem aus unserem chemischen Cocktail, unseren Hormonen. 

Sehnsucht und Enttäuschung

Will ein einsamer Mensch unbedingt geliebt werden, hat das bei genauerem Hinsehen nichts mit Liebe zu tun, sondern mit Sehnsucht. In dem Fall sind wir in einer Phase, wo wir so sehr nach Liebe lechzen und sie unbedingt erwarten. Auf diese Weise können wir eigentlich nur enttäuscht werden. Daher ist es am sinnvollsten, die Liebe in entspannten Momenten zu erkennen und uns im richtigen Moment an ihr zu entzücken. 

Die Liebestöter

Wenn wir diesen in Liebe gefüllten Augenblick in uns aufnehmen, dann wärmt uns die Liebe und schenkt uns Energie. Doch Dauerstress und Gewohnheiten sind der Liebestöter schlechthin. Liebe ist nämlich keine Ware oder kein Alltagsgegenstand. Wir können die Liebe nicht zwanghaft festhalten. In der Ehe geht es häufig sehr turbulent zu, sodass sich aus Stress und Ängsten die Liebe in Luft auflöst. Der normale Alltag kann so stressgeladen sein, dass kaum Spielraum für die Liebe bleibt. Aber man kann versuchen die Blicke auf die Liebe zu richten. Denn die Liebe lauert überall. 

Die Liebe entwickelt sich stetig

Das Verliebtsein ist eine Phase der Liebe. Doch es gibt noch andere Phasen der Liebe. Auch eine lang anhaltende Liebe kann so schön empfunden werden, dass wir dem Partner/in in den Tod nachgehen möchten- aus Liebe. Das passiert sehr häufig bei Langverheirateten. Wir sind dann so sehr mit dem/r Partner/in den Weg der Liebe gegangen, dass die Welt für uns leer erscheint. 

Wie entsteht nach dem Verliebtsein Liebe und wie kann man sie weiter entwickeln? 

Der wichtigste Grundsatz ist schon oben erwähnt: Wir müssen bereit sein die Liebe zu empfangen. Aber Liebe darf im Umkehrschluss nicht erwartet werden. >>Ich will geliebt werden<<, das ist kein Satz, der für Liebesfähigkeit, noch für die Liebeserhaltung spricht. 

Aber wir können uns liebend verhalten. Denn Liebe scheut sich vor Egoismus und Vorurteilen. Sie baut sich auf, indem wir Liebe schenken, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Auch binden uns Vorurteile mehr an das Unglück als an die Liebe. Denn die Liebe mag überhaupt keine Urteile. 

In der Psychotherapie und gerade in der Paartherapie kommt es häufig vor, dass ein Partner voller Liebe ist, aber bei dem anderen Partner die Liebe verschwand. Das ist ein partnerschaftliches Ungleichgewicht. Beide Partner sollten auf die Schatzsuche der Liebe gehen, ganz entspannt und achtsam, auf die Dinge, die da kommen.


Praxisleitung: Andreas Kawallek

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